Als ich zuerst von Pingyao gelesen und Fotos gesehen hatte, wollte ich unbedingt dort hin. Eine Stadt, die genauso erhalten worden ist, wie sie einmal vor 300 Jahren war. Genauso hatte ich mir immer China vorgestellt, wenn ich Bücher über China gelesen hatte. Mit den vielen Laternen und alten Häusern mit chinesischer Architektur.

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Doch zunächst von unserer Zugreise. Die Tickets für die Zugfahrt hatten wir bereits von Zuhause aus bei Travel China Guide gebucht, sehr unkompliziert und zuverlässig. Sie hatten sofort Kontakt zu uns aufgenommen, um uns die Zugverbindungen und eventuelle Änderungen mitzuteilen. Alles hat bestens geklappt. Die Tickets kann man gegen eine Gebühr in sein Hotel kommen lassen. Genau das hatten wir auch gemacht. Am zweiten Tag lag ein Expressumschlag mit den Zugtickets in unserem Hotelzimmer.

Auf Schienen von Peking nach Pingyao

Als wir am Bahnhof ankamen, holte ich schon die Tickets und die Pässe raus. Eins hatten wir gelernt: man braucht immer seinen Pass, denn man wird auf den Tickets registriert mit Name, Passnummer, … Dem Bahnhofsaufseher, der bei den Eingängen stand, zeigte ich mein Ticket, denn es waren unterschiedliche Eingänge. Er wies uns zu einem Einlass ohne Schlange hin. Erst mussten wir durch die Sicherheitskontrolle, und dann waren wir im Bahnhof oder doch am Flughafen? Auf den Tafeln kann man seinen Zug sehen und zu seinem Gate laufen. Es war alles übersichtlich und überhaupt nicht irreführend. Die Zugnummer stand groß und deutlich, sodass man sich schnell orientieren konnte. Und dann wartet man am Gate auf seinen Zug. Eben wie am Flughafen. Wirklich sehr beeindruckend. Alles hat seine Ordnung.

Für diese Strecke hatten wir Karten für die erste Klasse im Hochgeschwindigkeitszug bekommen. Es war sehr komfortabel mit reichlich viel Platz. Während der Zugfahrt von 4 Stunden kamen immer wieder Wagen mit Getränken und Kleinigkeiten zum Essen. Zwischendurch wurde der Boden gewischt. Der ganze Zug war dadurch sehr sauber.

 

Pingyao

In Pingyao am Bahnhof angekommen, nahmen wir ein Taxi und fuhren in unser Hotel. Pingyao’s Altstadt ist von einer alten Stadtmauer umgeben. In die Altstadt dürfen nur Autos mit Sondergenehmigung reinfahren. So hatte uns unser Taxifahrer an einem der vier Tor-Eingänge rausgelassen, der unserem Hotel am nächsten war. Den Rest mussten wir laufen. Aber das machte gar nichts, denn wir waren so gespannt auf die Altstadt, dass wir gerne die paar Schritte gelaufen sind.

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Hier sind wir 3 Tage geblieben. Genug Zeit um diese schöne Stadt zu genießen. Da wir eine angenehme Zugfahrt hatten, sind wir gleich nach dem Einchecken im Hotel durch die Altstadt gelaufen. Hier scheint die Zeit wirklich stehen geblieben zu sein. Schöne Gassen mit Qing Architektur, roten Laternen, verziertes Holz und Gemälde an den Wänden. Statt leuchtende Neon-Reklameschilder sieht man überall alte Gewerbeschilder. So hatte ich mir China immer vorgestellt. Wir waren begeistert.

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Kurz & knapp

In Jahre 1370 erweiterte Kaiser Hongwu aus der Ming – Dynastie die Stadt und ließ eine gewaltige Mauer errichten. Auf der 6 km langen und  10 m hohen Mauer befinden sich 72 Wachtürme. Sie ist die besterhaltenste Stadtmauer in China.

1820 wurde in Pingyao, Rishenchang, die erste Wechselbank von China gegründet. Die Stadt verfügte über 22 verschiedene Banken. Rishenchang war die größte Bank und hatte in China 45 Filialen.

Pingyao ist seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe

Rishenchang Pingyao

In Pingyao holt man sich am besten ein Kombiticket, mit der man alle 18 bedeutendsten Gebäude besichtigen kann. Die Tickets sind nahe den Toreingängen oder in anderen Kartenbüros, die in der Nähe der sehenswerten Gebäude stehen, erhältlich. Die Tickets sind 3 Tage gültig. Ohne das Ticket kommt man in keines dieser Gebäude rein.

Wir besorgten uns so ein Kombiticket für 130 Yuan (ca.15 €) an einem Kartenbüro, das an der Ecke The West Street / The North Street stand. (siehe links unten im Bild)

Pingyao West Street/North Street

Am nächsten Tag sind wir von einem zum nächsten Gebäude geschlendert und haben die Stadt Pingyao erkundet und abends nochmal, um die Laternen leuchten zu sehen.

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Rote Laternen Pingyao

Hier kann man den ganzen Tag die Festungsmauern, Banken, Museen, Tempel und alte Wohnhöfe erkunden.

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Spezialitäten

Man kann sagen, dass in Pingyao das Essen ein Erlebnis ist. Handgezogene Nudeln werden in jedem Lokal angeboten. Die berühmtesten Nudeln sind die Katzenohrnudeln. Neben den handgezogenen Nudeln ist Pingyaos Spezialität das Pingyao-Beef, das gesalzen wird und dann 12 Stunden ohne andere Gewürze dünstet. Es gibt sogar ein Pingyao Beef Museum in der Stadt. Und der lang gelagerte Essig, den man überall erwerben kann, zählt zu den Spezialitäten. Den Essig konnte ich zwar nicht mitbringen, aber die Gefäße, die zum Befüllen des Essigs verkauft wurden, habe ich mir mitgebracht.

 

Auch hier hatten wir ein sehr schönes authentisches Hotel gebucht. Das Yide Hotel ist ein altes Siheyuangebäude mit vielen Innenhöfen und roten Laternen. Wenn man so mittendrin wohnt, das ist so ein schönes Gefühl.

 

✽ Fazit: Pingyao ist auf jeden Fall eine Reise wert. Wer erleben möchte, wie China mal ausgesehen hat und das damalige Flair spüren möchte, der sollte nach Pingyao reisen.

 

 

Den ersten Teil unserer Reise kannst du hier lesen:

Meine Reise nach China

Peking 2

 

Weitere Inspirationen zu Pingyao findest du hier:

Bambooblog

Reisen und Essen

 

18 Kommentare zu „Die Reise geht weiter

  1. Liebe Selda,
    wow, das sieht wirklich toll aus! Pingyao war mir bislang kein Begriff, aber ich denke, die Stadt sollte ich unbedingt auf meiner Chinareise miteinplanen. Ich danke dir für den Tipp. 🙂

    Kannst du mir hier ein Hotel empfehlen?

    Viele liebe Grüße
    Kathi

  2. Das hört sich wirklich sehr spannend an und auch wir haben uns dieses wunderschöne Plätzchen für unsere nächste Chinareise schon vorgemerkt. Da passt dein Beitrag wirklich perfekt und ich spare mir jede Menge Vorbereitung 😍
    China ist ein sehr faszinierendes und wahnsinnig vielseitiges Reiseland, das wir noch ganz oft besuchen wollen.

  3. Hui, also ich muss schon sagen, auch ich stelle mir DAS eigentlich darunter vor wenn man an China denkt. Das schaut ja teilweise aus wie aus einem Film. Ich kenne ja nur Hongkong in dieser Ecke, aber das kann man ja nicht ansatzweise vergleichen. Pingyao sieht auch irgendwie gar nicht hektisch aus und so schön leer, fast als wenn die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Wenn ich da jemals in der Ecke sein sollte steht das auf jeden Fall auch ab sofort mit auf der Liste. Danke für’s zeigen!

  4. Liebe Selda,
    das scheint wirklich eine Stadt nach meinem Geschmack zu sein, ich liebe ja solche alten ursprünglichen Orte. Und diese Akkuratheit wie Du sie am Bahnhof und in den Zügen beschreibst hätte ich in China nicht erwartet. Das kenne ich nur aus Japan.
    Danke für diesen tollen Einblick, Du bringst mir China immer näher!
    Lg Miriam

    1. Liebe Michelle,
      so nette Worte. Katzenohrnudeln sind die Nudeln, die weiter oben, in diesem Artikel, das zweite Gericht von links zeigen.

      Liebe Grüße, Selda

  5. Obwohl ich auf aisatische Wellness- und Heilmethoden (wie z. B. TCM) schwöre… hab ich über eine Reise nach China bisher noch nicht ernsthaft nachgedacht. Eigentlich komisch – oder?!
    Dein Bericht hötr sich auf alle Fälle sehr interessant an.
    Bin gespannt, was du noch zu berichten hast.
    Viele Grüße, Tanja

    1. Liebe Tanja,
      wir sind richtige Asienliebhaber. Nach China wollte ich auch immer hin.Den Anfang habe ich somit gemacht. Mal sehen, wann die zweite Chinareise folgt.

      Liebe Grüße, Selda

  6. Liebe Selda!
    Diesen Tipp hätte ich gebraucht, als wir damals nach China aufgebrochen sind! Ich höre hier das erste Mal von dieser Stadt und bin erstaunt, dass die Chinesen diesen Ort bewart haben. Wir haben damals in Kunming mit ansehen müssen, wie sie dies schönen alten Häuser einfach mit der Abrissbirne platt gemacht haben. Da blutet einem das Herz!
    Liebe Grüße

    Alex

    1. Liebe Alex,
      wir lieben auch alte Orte, die „original“ sind. In China gibt es noch einige davon. Dank Unesco werden diese auch geschützt.

      Liebe Grüße, Selda

  7. Ein schöner Bericht. Am besten hat mir die Info gefallen, dass keine Autos in die Altstadt dürfen. Denn in China ist bestimmt viel los auf den Straßen …und so genießt es sich doch umso besser beim Bummel & Sightseeing. Bin gespannt was Du noch so zu erzählen hast. LG Marina

    1. Liebe Marina,
      Pingyao hat uns auch sehr gefallen. Auch das die Stadt gepflegt wird und im ursprünglichen Zustand erhalten wird.

      Liebe Grüße, Selda

  8. Liebe Selda,

    was für ein faszinierender Bericht. China ist ein Land, das uns auch reizt. Wie viel Bürokratie ist denn mit der Einreise verbunden? Hast Du diese Reise selbst organisiert? Oder muss man in China immer noch einen Begleiter dabei haben? Wie sieht es mit der Verständigung aus?

    Liebe Grüße,
    Monika

    1. Liebe Monika, lieber Petar,

      wir haben die ganze Reise selber organisiert und es war überhaupt kein Problem. Das einzige: die meisten Chinesen sprechen kein englisch. Aber auch das hatten wir gut bewältigt. In den ersten Teil habe ich eine Tipps zur Planung https://travellife.blog/meine-reise-nach-china/

      Liebe Grüße, Selda

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