Wenn man zum ersten Mal nach China reist, muss man sich auch in Xi’an die Terrakotta-Armee ansehen, dachte ich mir und plante Xi’an mit ein. Also fuhren wir nach Xi’an zur Terrakotta- Armee.

In Xi’an

Eigentlich stand auf unserem Plan: die Terrakotta-Armee natürlich und eine Stadtbesichtigung in Xi’an. Ich wollte unbedingt über die Stadtmauer laufen und ein Paar schöne Fotos machen. Natürlich stellte ich mir das alles so einfach vor, aber es kam anders. Im Sommer bei über 45 Grad im Schatten sah alles anders aus, als in meiner Vorstellung. Dabei bin ich sehr Hitze unempfindlich, dachte ich zumindest. Nun ja, wir bezogen unser Hostel, das sehr schön war mit einem schönen Innenhof. Leider war die Klimaanlage so schwach, dass nach einer Stunde Laufzeit die Temperatur kaum merklich gesunken war. Uns lief immer noch der Schweiß von der Stirn. Die Vorstellung, man läuft bei diesen Temperaturen durch die Stadt und kommt in sein Hotel und hat diese unerträgliche Hitze auch noch hier, war nicht so ermunternd. So buchten wir nach einer Weile ein anderes Hotel außerhalb der Stadt, nicht weit von der Terrakotta-Armee. Das war eine sehr gute Entscheidung, wie sich das auch später herausstellte.

Der verwirrte Taxifahrer

Wir gingen aus dem Hostel auf die Straße und warteten auf ein Taxi. Ich kann euch sagen, das ist nicht so, wie wir es kennen. Es hatte eine Ewigkeit gedauert, bis wir endlich ein Taxi zum Stehen gebracht hatten. Der Fahrer verstand uns natürlich überhaupt nicht, denn die Taxifahrer verstehen kein Englisch und können natürlich unsere Buchstaben nicht lesen. Weil wir das wussten, hatten wir die Strecke zum Hotel in Maps.me eingegeben. Hierzu hatte ich in meinem Artikel, Meine Reise nach China, Tipps gegeben.

Ich zeigte ihm das auf dem Handy. Er nahm es in die Hand und studierte die Strecke, drehte das Handy mehrfach um, und nach einer Weile schüttelte er den Kopf und fing an, etwas in seiner Sprache zu sagen. Dabei gestikulierte er mit seinen Händen. Es hörte sich für uns an, als ob er schimpfen würde. Wir verstanden natürlich kein Wort. Endlich  nach einer gefühlten Ewigkeit steckte er mein Handy in die Halterung von seinem Taxi und fuhr los. Immer wieder schaute er ungläubig auf die Strecke und schüttelte den Kopf und murmelte vor sich hin. Wir wussten nicht warum. Er hatte eine schöne Strecke zu fahren, bei der er gutes Geld verdiente. Während der ganzen Fahrt erzählte er vor sich hin und zog seine Nase hoch und spuckte aus dem Fenster raus. Dann waren wir endlich angekommen. Wir wissen bis heute nicht, was er auf der ganzen Fahrt von uns wollte.

Unser Hotel war wunderschön. Die Klimaanlage funktionierte überall, und wir hatten sogar einen schönen Pool. Wir bezogen unser schönes, großes Zimmer und genossen die Frische aus der Klimaanlage. Am Abend gab es ein sehr reichhaltiges Bufett, das keinen Wunsch offen ließ. Alles, was das Herz begehrte, stand darauf. Nach einer ausgeschlafenen Nacht und gutem Frühstück starteten wir unsere Tour zur Terrakotta-Armee.

Angsana Xi'an Lintong
Unser schönes Hotel Angsana Xi’an Lintong.

Da wir bei Zeiten aufgebrochen waren, standen wir nicht so lange in der Schlange. Nachdem wir unsere Tickets hatten, gingen wir hinein.

Eine Armee wird entdeckt

Im Jahre 1974 nach einer wochenlangen Dürre- und Trockenzeit fingen Bauern an einen Brunnen zu graben. Dabei stießen sie auf hartem Ton. Während sie weiter gruben, entdeckten sie Arme und Beine aus Ton oder Pfeilspitzen aus Bronze. Archäologen untersuchten daraufhin diese Fundstücke und stellten fest, das diese sehr wertvoll waren und aus der Qin Dynastie stammen müssten. Bei weiteren Grabungen stellten sie fest, dass sich im Erdreich tausende, lebensgroße Krieger und Pferde aus Ton befanden, die zur Grabanlage des Kaisers Qin Shi Huang Di gehörten.

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Gib mir eine Armee aus Ton, die mich im Jenseits beschützt

Der erste Kaiser von China, Qin Shi Huang Di, wurde mit 13 Jahren der König des Qin Staates.  Nach seiner Thronbesteigung begann er mit dem Bau seiner Grabstätte. Eine Armee von über 7.000 lebensgroßen Tonsoldaten sollte ihn im Jenseits beschützen. Darunter sind Fuß- und Reitersoldaten, Pferde, Kriegswagen und Waffen. Keine der Figuren gleicht einer anderen. Jede Figur hat andere Gesichtszüge und Merkmale. Dafür mussten 700.000 Zwangsarbeiter 36 Jahre arbeiten. Zur gleichen Zeit ließ er sich eine neue Thronhalle erbauen. Es heißt, dass für diese beiden Bauten mehr als doppelt so viele Arbeiter eingesetzt waren wie für den Bau der Chinesischen Mauer. Da Männer zum Bau der Grabanlage und den Thronsaal eingesetzt worden waren, lebten in den Dörfern nur noch Frauen und Kinder. Die Landwirtschaft ging zu Grunde, so dass die einfache Bevölkerung verhungerte oder starb an Zwangsarbeit oder durch Hinrichtung.

Die Grabanlage nimmt 56 qkm ein.

Erst 2.000 Jahre später sollte diese Armee zufällig entdeckt werden.

Seit 1987 UNESCO Weltkulturerbe

 

Terrakotta-Armee

 

Auf zur Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Man versuchte den Fund geheim zu halten. Doch ein Journalist, der davon erfuhr, schrieb einen Artikel darüber, und so erfuhr die Bevölkerung davon. Ein paar Monate später wurde das Gebiet von Archäologen genau untersucht und die unterirdischen Krieger entdeckt. Im Jahre 1975 wurde die Ausgrabung offiziell bekannt gegeben. Die Bauern durften dort nicht mehr weitergraben. Nur ein Viertel der gesamten Anlage ist bisher freigelegt worden.

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

 

Hinter Glas konnte man den vierspännigen Kriegswagen aus Bronze bewundern.

Auf zur Terrakotta-Armee

 

Terrakotta-Armee

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Terrakotta-Armee

Nachdem wir die Terrakotta Armee ausgiebig besichtigt hatten, fuhren wir zurück in unser Hotel und genossen den restlichen Tag am Pool. Bei den Temperaturen war es eine Wonne.

Fazit

Wenn man nicht gezwungen ist, in den Schulferien zu reisen, sollte man im Frühling oder Herbst nach Xi’an reisen. Ansonsten ist die Terrakotta-Armee ein Muss für jeden China Besuch. Dieses gigantische Meisterwerk muss man sich ansehen.

Öffnungszeiten:

16. März – 15. November 8.30 Uhr bis 18.00 Uhr, 120 Yuan (ca.15 €)

16. November – 15. März 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr, 120 Yuan (ca.15 €)

 

Hier findest du weitere Artikel über Xi’an:

bambooblog: Meine Top 3Sehenswürdigkeiten in Xi’an

Silver Travellers: Xi’an und die Terrakotta-Armee des ersten Kaisers von China

Reisalog: Reisetipps Xi’an – Mehr als eine Terrakottaarmee

 

 

Willst du wissen, wie meine Reise begonnen hat? Hier kannst du es lesen.

Peking 2

Meine Reise nach China

 

 

 

 

28 Kommentare zu „Auf zur Terrakotta-Armee!

  1. Liebe Selda,
    ich habe schon viele Fernsehberichte darüber gesehen, aber deine Fotos zeigen mir die Größe dieser Soldaten besser als je zuvor. Ich hatte auch irgendwie nicht mitbekommen, dass noch soviel NICHT ausgegraben ist. Da kann ja noch so einiges zu Tage kommen…
    Liebe Grüße
    Elena

    1. Liebe Elena,
      das kann man sich gar nicht vorstellen, dass noch die meisten Statuen nicht ausgegraben wurden. Es war auf jeden Fall sehr sehenswert und interessant.

      Liebe Grüße, Selda

  2. Die Terrakotta-Armee ist schon wirklich beeindruckend.
    Ich war bisher auch noch gar nicht in China. Es würde mich schon interessieren… doch würden wir das Ganze gern ausserhalb der Ferien machen, um auch einfach länger bleiben zu können. Daher muß China wohl noch etwas auf uns warten. 😉
    Viele Grüße
    Tanja

    1. Liebe Tanja,
      China ist auf jeden Fall eine oder mehrere Reisen wert. Und die Terrakotta-Armee ist dann ein muss 🙂

      Liebe Grüße, Selda

  3. Xi’an und die Terrakotta-Armee sind beliebte Ziele in China und sind schon interessant. Ich war da auch, als ich das erste Mal in China war und fand es total faszinierend. Allein die Größe war einfach nur beeindruckend. Und wir standen davor und haben ewig die Gesichter verglichen, um zu sehen, ob sie wirklich alle anders aussehen. 😉

    Super Fotos! War es sehr voll?

    1. Liebe Barbara,
      Ja, die Gesichter hatten wir auch verglichen. Sie waren allesamt bewundernswert. Ja, am Anfang war es sehr voll, dann sind alle raus gegangen, wir auch. Wir sind dann aber nochmal rein und da war es nicht mehr ganz so voll.

      Liebe Grüße, Selda

  4. Oje, die Taxifahrt klingt sehr abenteuerlich. Manchmal wäre es echt spannend alles zu verstehen, was andere sagen. Und bei den Temperaturen hätte ich auch das Hotel gewechselt, vor allem weil ich doch recht hitzeempfindlich bin.
    Die Armee sieht sehr beeindruckend aus, auch wenn sich die Meinungen da ja sehr scheiden.
    China steht definitiv auf meiner Löffelliste, ich denke dass ich die Terrakotta Armee dann auch besuchen werden.

    <3
    Michelle

    1. Liebe Michelle,
      jede Reise hat seine Ecken und Kanten und am Ende war doch alles gut. Wir sind in China an unsere Grenzen gegangen. Aber wenn man offen ist, dann klappt eigentlich meistens alles.

      Liebe Grüße, Selda

  5. Wow, das muss echt erhabend sein die Armee in echt zu sehen! Und danke für den Tipp mit der Reisezeit ;-).
    Die Geschichte mit dem Taxifahrer liest sich wirklich lustig. Ich denke aber, in dem Moment hat er euch ordentlich verunsichert.
    Lg Barbara

    1. Liebe Barbara,
      ja, die Terrakotta-Armee war schon sehr beeindruckend. Die Taxifahrten in China haben ihren eigen Stil. Man muss wirklich gut vorbereitet sein, dann klappt das alles.

      Liebe Grüße, Selda

  6. Hallo Selda,

    für uns klappt es dieses Jahr auch nach China, wir werden dort etwas Zeit überbrücken.
    Ich bin mal gespannt für welche Aktivitäten und Gegenden es reicht.
    Tolle Eindrücke hast du in deinem Bericht festgehalten.

    Liebe Grüße
    Isabel

    1. Liebe Isabel,
      ihr werdet bestimmt nicht enttäuscht sein. China hat so viel Schönes zu bieten. Ich bin mal auf eure Erfahrungen gespannt.

      Liebe Grüße, Selda

  7. Hallo Selda,

    vielen Dank für die tollen Fotos und den Bericht. China ist zwar nicht auf meiner Bucket List, aber wenn ich das so lese…. Vielleicht eines Tages dann doch.

    Herzliche Grüße

    Liane

  8. Liebe Selda,
    ein wirklich interessanter Beitrag!
    Mir sagte die Terrakotta-Armee vorher nichts. Schön, nun wieder was gelernt zu haben. 🙂 Danke dir dafür!
    Viele liebe Grüße
    Julie

    1. Liebe Julie,
      schön, dass du etwas Neues von mir gelernt hast. So kann jeder sein Wissen weiter geben. In deinen Beiträgen lerne ich auch viel Neues.

      Liebe Grüße, Selda

  9. Liebe Selda,
    Wahnsinn, diese unfassbare Arbeit, das Geld und auch die Opfer die ein solches „Bauwerk“ verursacht haben muss.
    Was man mit dem Geld sinnvolles hätte anfangen können. Aber das ist ja heute nicht anders.
    Allerdings die atemberaubenden Relikte, die so für uns erhalten sind, haben schon eine ganz besondere Optik.
    Gigantisch und irgendwie faszinierend.
    Liebe Grüße,
    Katja

    1. Liebe Katja,
      ja, so ist das… hätten die ganzen Kaiser, Könige & Co nicht solche Kunstwerke erschaffen, hätten wir nichts zu besichtigen. Allerdings ist der Preis sehr, sehr hoch. Anders wäre es besser gewesen. Wenn solche Arbeiten unter anderen Umständen hervorgebracht wären.

      Liebe Grüße, Selda

    1. Ihr Lieben,
      genau das dachten wir uns auch, als wir davon hörten und lasen. Und ja, die Figuren sehen wirklich sehr lebendig aus und keiner gleicht dem Anderen.

      Liebe Grüße, Selda

    1. Danke für den Hinweis, liebe Ulrike. Das Hotel liegt etwa 30 km östlich von Xi’an und heißt Angsana Xi’an Lintong.

      Liebe Grüße, Selda

    2. Von dem Hotel hab ich auch schon viel Gutes gehört, hatte aber gedacht, dass das ziemlich teuer ist.

    3. Ist es vermutlich auch, aber wir hatten es am Tag der Anreise gebucht und da war es preiswert.

  10. Liebe Selda,
    das sieht wirklich atemberaubend und unglaublich aus. Danke für die tollen Fotos und Deinen Bericht aus einer Ecke der Welt, in der ich noch nie war.
    Viele Grüße von Sanne

    1. Liebe Sanne,
      es war für uns auch sehr atemberaubend vor diesen Figuren zu stehen. Eine tolle Erfahrung war es.

      Liebe Grüße, Selda

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