Heute stellt uns Torsten Berg von tberg die Diepholzer Moorniederung vor. Torsten gibt uns wertvolle Einblicke in die Kranichbeobachtung. Er nimmt uns mit auf eine Reise in unser wildes Deutschland.

Jedes Jahr im Herbst zieht die Diepholzer Moorniederung als Zentrum der Kranichrast in Deutschland immer mehr naturbegeisterte Menschen an.

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Die Diepholzer Moorniederung ist eines der bedeutendsten Rastgebiete für Kraniche

Die Diepholzer Moorniederung befindet sich im Städtedreieck Bremen – Osnabrück – Hannover. Bei einer Grösse von rund 105.000 Hektar umfasst sie eine Vielzahl grösserer und kleinerer Naturschutzgebiete. Von grosser Bedeutung sind die rund 24.000 Hektar an Hochmoorgebieten. Diese Naturausstattung ist Grundlage für viele hier vorkommende seltene Tier- und Pflanzenarten.

Eine der bekanntesten davon ist der Europäische Kranich. Als imposante und auffällige Grossvogelart ist der Kranich längst nicht mehr nur eingefleischten Naturschützern bekannt. Besonders im Herbst sammelt sich der Kranich in grossen Gruppen an verschiedenen Rastplätzen in Deutschland. Hier fressen sich die Tiere notwendige Reserven für den Weiterzug Richtung Süden an.

Neben der Vorpommerschen Boddenlandschaft ist die Diepholzer Moorniederung der bedeutendste Rastplatz für Kraniche in Deutschland. Hier sammeln sich Kraniche aus dem Raum Norddeutschland, Skandinavien und dem Baltikum. Bis zu 50.000 Kraniche konnten hier schon gezählt werden. Dieses Naturschauspiel zieht mehr und mehr Besucher an.

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Der Kranichtourismus ist mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor

Auf diese Kranichtouristen haben sich die Gemeinden der Region eingestellt. Ausstellungen wie die Moorwelten, Naturlehrpfade durch die verschiedenen Moore und viele Veranstaltungen rund um den Kranich laden zum Erleben dieses Natuschauspieles ein. An diversen Aussichtspunkten haben Besucher die Möglichkeit, den Kranich zu beobachten. Besonders der Abendeinflug der Kraniche an ihren Übernachtungsplätzen ist ein einzigartiges Erlebnis.

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Tipps zur Kranichbeobachtung

Wer Zeit hat, sollte ungefähr einen Tag zur Kranichbeobachtung einplanen. Dann lohnt es sich, sich schon vor Sonnenaufgang an einem der Beobachtungstürme einzufinden. Von hier starten die Kraniche mit dem erwachenden Tag von ihren Schlafplätzen im Moor zu den umliegenden abgeernteten Feldern. Mit ihrem lauten Trompeten geben die abfliegenden Vögel ein wunderschönes Konzert.

Tagsüber lohnt es sich, durch die Gegend zu fahren. Am besten mit dem Fahrrad. Immer wieder sieht man hier Gruppen von Kranichen auf den Feldern. Tagsüber suchen die Vögel hier Nahrung und man kann sehr gut ihr Verhalten beobachten. Da die Vögel eine hohe Fluchtdistanz von ca. 250 Metern haben, lohnt sich die Mitnahme eines Fernglases.

Zum Aufwärmen oder bei schlechtem Wetter kann man eine der vielen Ausstellungen besuchen. Hier erfährt man viel Wissenswertes über Kraniche und den Schutz der Moore. Zum Beginn der Dämmerung ist es ein Muss zu einem der Beobachtungsstände zu gehen. Hier empfiehlt es sich, bereits eine Stunde vor Sonnenuntergang vor Ort zu sein. Gerade zum Abendeinflug der Kraniche wird es hier sehr oft voll.

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Weitere Informationen

Kraniche sind sensible und wachsame Tiere. Für die Beobachtung lohnt sich die Mitnahme eines Fernglases. Zum Fotografieren sollte man unbedingt ein Objektiv mit langer Brennweite verwenden. Aufgrund der hohen Fluchtdistanz der Tiere ist es am besten, Fotos aus dem Auto heraus aufzunehmen.

Hilfreiche Links:

BUND DHM – Alles über den Kranich in der Diepholzer Moorniederung

Naturpark Dümmer – Naturerlebnisse rund um den Naturpark

Moorwelten – interaktive Ausstellung rund um das Moor mit Moorbahn, Moorpadd und Barfusspark

 

Über tberg.de:

image1Mit meiner Webseite tberg.de möchte ich Eindrücke über die Schönheit unserer Heimat vermitteln. Ich nehme meine Leser mit auf Reisen in unser Wildes Deutschland und zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in unserer Natur. Weiterhin beschäftige ich mich mit einen bewussten und nachhaltigen Leben und betreibe den beschaulichen Ort Waldesruh.

 

 

22 Kommentare zu „Die Diepholzer Moorniederung als Zentrum der Kranichrast

  1. Danke für diesen schönen und interessanten Beitrag! Auch die Fotos sind traumhaft. Wenn ich einmal in der Nähe bin schaue ich mir den Abendeinflug an. In Österreich kann man auch welche im Naturschutzgebiet vom Neusiedlersee anschauen. Vielleicht schaust du ja auch einmal bei uns vorbei :-)!

    Liebe Grüße
    Verena

  2. Kraniche sind sehr elegante Tiere, finde ich. Manchmal kann ich, bei uns in der Nähe, auch ein Tier beobachten. Aber bei einer ganzen Gruppe ist das natürlich schon eindrucksvoller. Toller Bericht, vielen Dank.

    Liebe Grüße, Mo

    1. Hallo Charnette, macht das unbedingt! Es gibt soviele schöne Ecken in unserer Heimat zu entdecken. Und jedesmal entdeckt man doch noch etwas Neues an den alten Orten.

  3. Das hört sich wirklich sehr spannend an. Vor allem den Abendeinflug stelle ich mir sehr imposant und beeindruckend vor!! Wenns nicht so weit weg wäre, würde ich auf alle Fälle mal zur Kranichbeobachtung dorthin kommen!

    Liebe Grüße,
    Michaela

    1. Hallo Michaela, in Österreich kenne ich mich nicht mit eventuellen Kranichrastplätzen aus. Sicherlich gibt es dort auch solche Plätze. Aber bei deiner Weltreiseerfahrung gibt es ja weitere Strecken. 😉

    1. Tiere an sich werden oftmals unterschätzt. Man sollte sich Zeit nehmen und sie beobachten. Dabei entdeckt man überraschende Momente. Danke für das Kompliment zu den Fotos

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