sollst stets die Stadt meiner Träume sein…“, so dichtete und komponierte Rudolf Sieczynski ein waschechter Wiener im Jahr 1912, und auch für mich und meine Familie ist Wien eine Traumstadt.
Mit Wien verbinden wir nicht nur Walzer, Sachertorte und Kaiserin Sisi sondern auch das besondere Lebensgefühl in der Stadt. Nicht umsonst wurde Wien erst wieder zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt.

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Blick auf untere Belvedere
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Heldenplatz

Im August waren wir nun zum dritten Mal in der österreichischen Hauptstadt – fünf Tage, um unsere Traumstadt wieder neu zu entdecken. Wir hatten sie schon im Frühling und Herbst erlebt, nun also der Sommer.
Im Juli und August kommen wahre Heerscharen von Touristen in die Donaustadt. Aber selbst in den Straßen rund um den Steffel und die Hofburg geht es dann zwar sehr geschäftig aber niemals hektisch zu.
Im Sommer haben Burgtheater und Oper Pause, nicht destotrotz kann man auch in dieser Zeit Kultur und Musik in vollen Zügen genießen.

Um alle, die Wien noch nicht für sich entdeckt haben oder diejenigen, die mal wieder in der Stadt auf Entdeckungstour gehen wollen, auf den Geschmack zu bringen, will ich ein paar Tipps für einen gelungenen Aufenthalt geben.
Grundsätzlich ist Wien am schnellsten mit dem Flugzeug zu erreichen. Von Frankfurt aus ist man in gut einer Stunde dort. Vom Flughafen Wien-Schwechat fährt der CAT, der in 16 Minuten im Zentrum ist. Allerdings kann man auch sehr bequem und preisgünstiger mit der S 7 in die Innenstadt fahren. Das dauert nur ca. 4 Minuten länger. Der öffentliche Nahverkehr in und um Wien ist top. Ein Auto braucht‘s nicht. Unterkunftsmäßig steht alles vom 5*-Hotel über Pensionen bis zum Jugendgästehaus direkt in der Innenstadt, den angrenzenden Bezirken oder vor den Toren der Stadt zur Verfügung.

Wien

Wer nur für einen Tag in der Stadt ist, kann trotzdem sehr viel vom typischen Wiener Flair erleben. Am besten fängt man seine Erkundung an der Ringstraße direkt bei der Oper an. Wer gut zu Fuß ist, läuft von der Oper den Burgring Richtung Hofburg und kann auf dem Weg dorthin durch den Burggarten mit seinem Schmetterlingshaus gehen und kommt direkt bei der Hofburg an. Da die Hofburg ständig erweitert wurde, ist es im Großen und Ganzen ein ziemlich verschachtelter Komplex in dem u. a. die Hofmusikkapelle, die Kaiserappartements, das Sisi-Museum, der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek und natürlich die Spanische Hofreitschule untergebracht sind. Von der Hofburg geht es weiter Richtung Stephansdom, liebevoll Steffel genannt. Hier sollte man ruhig einen Blick in das Gotteshaus werfen und wer genug Kondition hat, kann auch den Turmaufstieg wagen und einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen. Im Anschluss lohnt es sich mit der U 1 zum Praterstern zu fahren und dem berühmten Riesenrad im Prater einen Besuch abzustatten und gemütlich spazieren zu gehen.

Strauß-Denkmal im Stadtpark
Strauß-Denkmal im Stadtpark

Wer lieber in der Stadt bleiben will, kann sich vom Dom aus durch die Gassen und Einkaufsmeilen wieder zurück zur Ringstraße und der Oper treiben lassen. Von dort kann man bequem mit der Straßenbahn die Ringstraße Richtung Parlament/ Rathaus oder Richtung Stadtpark fahren. Im Stadtpark trifft man dann viele berühmte Wiener allen voran den „goldenen“ Johann Strauß Sohn, der ein sehr beliebtes Fotomotiv ist. Zum Abschluss sollte natürlich ein Kaffeehausbesuch nicht fehlen. Es muss nicht unbedingt das mondäne Sacher mit seiner Torte sein. Diese Tour war auch immer Auftakt unserer Wienreisen.

Wien

Wer einmal in der Staatsoper eine Aufführung erleben möchte, sollte bis Juni oder ab September nach Wien reisen. Allerdings ist dies kein sehr billiges Vergnügen, es sei denn man ist flexibel und versucht Restkarten zu bekommen. Es wird einen Tag vor der Vorstellung bekanntgegeben, ob Restkarten erhältlich sind. Wer nicht unbedingt bei der Vorstellung sitzen muss, kann 80 Minuten vor der Vorstellung Stehplatz- oder Wandelkarten erwerben. Diese zwei Varianten sind wesentlich preiswerter und auch für eine schmalere Reisekasse machbar. Infos hierzu findet man unter der Homepage der Wiener Staatsoper. Hier kann man sich auch über die Führungen im Opernhaus informieren, die ganzjährig angeboten werden.

Wer in der Sommerpause in Wien ist, muss auf Musik wie gesagt nicht verzichten. In der ganzen Innenstadt werden Konzertkarten für das Mozart-Orchester angeboten, die entweder in der Oper oder Haus des Musikvereins in historischen Kostümen aus der Mozartzeit stattfinden. Dann kann man die besondere Akustik im Goldenen Saal im Haus des Musikvereins einmal hautnah selbst erfahren. Viele kennen diesen Saal nur aus dem Fernsehen vom Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Von Juli bis Anfang September findet vor dem Rathaus das Filmfestival statt. Gezeigt werden hier Ballett- und Operninszenierungen aber auch Rock- und Popkonzerte. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Los geht es abends ab 20.45 Uhr.
Wer Mozart mag, sollte unbedingt dem Mozarthaus in der Domgasse einen Besuch abstatten. Hier lebte Mozart drei Jahre und komponierte die Zauberflöte.
Nicht nur für Kinder ist das Haus der Musik interessant. Neben der spannenden Reise durch die Welt der Töne, das Leben von Mozart, Beethoven, Schubert und Haydn wartet ganz am Schluss ein besonderer Höhepunkt: Man darf die Wiener Philharmoniker dirigieren. Wer meint, das wäre doch nicht schwer mit dem Taktstock zu „wedeln“, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Ein Spaß für die ganze Familie.

6.pngHier weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Wien hat in dieser Hinsicht unglaublich viel zu bieten. Wer sich eher für die alten Meister begeistert, ist im Kunsthistorischem Museum an der Ringstraße genau richtig. Hier gibt es unter anderem zwei Gemäldegalerien, einmal für die deutschen, flämischen und holländischen Maler und dann für die italienischen, französischen und spanischen Maler. Außerdem beherbergt das Museum die Kunstkammer, die mich an das Grüne Gewölbe in Dresden erinnert hat. Auf jeden Fall sollte man sich die Eingangshalle des Museums anschauen. Die Säulenhalle ist eine wahre Pracht und kann in diesem Jahr auf besondere Weise erlebt werden. Mit „Stairway to Klimt“ kann man die Gemälde des Meisters, die in die Säulen- und Arkadenarchitektur eingebettet sind, aus nächster Nähe betrachten. Ein absolutes Muss für Klimt-Fans. Zum 100. Todestags Klimts gibt es außerdem Sonderausstellungen im Leopoldmuseum und im Unteren Belvedere.

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Im Museumsquartier

Wer sich für moderne Kunst interessiert, muss natürlich ins Museumsquartier. Es befindet sich oberhalb des Kunsthistorischen und des Naturhistorischen Museums. Hier kommen auch Architekturliebhaber auf ihre Kosten, da die historischen Stallungen um moderne Bauten ergänzt wurden. Wobei im schwarzen Würfel das MuMoK (Museum für moderne Kunst) und im weißen Würfel das Leopoldmuseum untergebracht sind. Außerdem gibt es hier das ZOOM – Kindermuseum.
Weitere Museen sind wie erwähnt das Untere und Obere Belvedere. Im Oberen Belverdere sollte man sich natürlich unbedingt „Der Kuss“ von Gustav Klimt anschauen. Man erreicht das Belvedere mit der Straßenbahnlinie 71 Richtung Zentralfriedhof.
Ansonsten ist auch ein Besuch der Albertina mit der Dauerausstellung von Monet bis Picasso zu empfehlen. Die Albertina befindet sich hinter der Staatsoper.

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Auch hier hat Wien einiges zu bieten. Direkt in der Stadt befinden sich der Stadtpark, der Volksgarten am Rathaus und der Burggarten. Natürlich gehört ein Spaziergang im Prater zu einem Wienbesuch. Diesmal hatten wir es leider nicht geschafft. Dafür waren wir auf der Donauinsel und an der Neuen Donau. Dort ist gerade im Sommer jede Menge los. Es gibt auf der Donauinsel viele Lokale direkt am Fluss, wo vor allem am Abend der Bär steppt. Außerdem gibt es Badestellen, die in diesem Sommer ausgiebig genutzt wurden. Für Radfahrer und Skater sind natürlich Prater und Donauinsel ein Eldorado. Aber auch in der Stadt auf den gut ausgebauten Fahrradwegen sind viele Leute unterwegs. Im Donaupark an der Neuen Donau kann man auf den Donauturm (Danube-Tower) und hat Wien und Umgebung wunderschön vor sich liegen.

Ein weiteres Muss ist natürlich Schönbrunn mit Schloss, Gloriette und Tiergarten. Hier kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Auch hier fährt man ganz bequem von der Innenstadt mit der U 4 Richtung Hütteldorf. Der Tiergarten Schönbrunn ist übrigens der älteste Tiergarten der Welt und vor allem wegen seiner Pandas beliebt.
Bei Touristen steht Schloss Schönbrunn hoch im Kurs. Da die Parkanlage sehr weitläufig ist, findet man trotzdem ruhige Fleckchen. Von der Gloriette hat man eine tolle Aussicht auf Wien und seinen Hausberg den Kahlenberg.
In Schönbrunn findet auch alljährlich das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker statt.

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Wien kann man auf viele Arten genießen, sei es die Musik, die Kunst oder die Natur und natürlich dürfen die Wiener Küche oder die Kaffeehäuser nicht fehlen. Kulinarisch wirkt der Vielvölkerstaat der k. u. k.-Monarchie nach. Neben dem Wiener Schnitzel gehört natürlich der Tafelspitz, das Gulasch und der Kaiserschmarrn auf jede Speisekarte. Aber auch Palatschinken, Strudel und Knödel gehören dazu. In Wien findet jeder ganz nach seinem Geschmack das passende Lokal.
Unverzichtbar in den Wiener Kaffeehäusern ist die Sachertorte. Wobei die Wiener Zuckerbäcker auch jede Menge andere leckere Torten kreieren, die jeden Figurbewussten auf eine harte Probe stellen. Für einen Kaffeehausbesuch sollte man sich unbedingt Zeit nehmen. Ich habe es sehr genossen, im Cafe Gerstner bei einem Stück Torte und einer Wiener Melange (Milchkaffee) in einem plüschigen Sessel zu sitzen und in aller Ruhe in meinem Reiseführer zu schmökern.
Abends ist es in einem Heurigen (Weinlokal) gemütlich. Die bekanntesten Orte sind hier Grinzing, Nussdorf, Sievering, Heiligenstadt oder Neustift am Walde alle direkt vor den Toren Wiens und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Wiener Fazit

Wien ist zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter eine Reise wert. Man ist zwar in einer Großstadt kann aber gerade in der Innenstadt alles gut zu Fuß erreichen. Machen die Füße doch mal schlapp, bringen einen Straßenbahn, Bus, S- oder U-Bahn weiter. Wer länger in Wien ist, sollte sich eine Wien-City-Card kaufen. Die gibt es in der 24, 48 oder 76 Stunden Version. Dort sind alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Kernzone inkludiert. Außerdem gibt es bei diversen Sehenswürdigkeiten, Museen und Geschäften Ermäßigungen. Es gibt auch noch den Vienna-Pass, der kostenlose Eintritte zu 60 Sehenswürdigkeiten, den Flughafentransfer und die Hop-On-Hop-Off-Busse beinhaltet. Allerdings kostet er wesentlich mehr und schließt die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht mit ein. Lohnt sich also nur für die absoluten Kulturjunkies, die von einem Museum ist nächste gehen. Alle Auskünfte gibt es hierzu im Netz oder direkt vor Ort bei den sehr netten Mitarbeitern der Tourist-Info direkt gegenüber der Albertina.

Wien ist eine Stadt zwischen gestern und morgen. Sie entwickelt sich weiter, ohne das geschichtliche Erbe aus den Augen zu verlieren. Wien ist eine Stadt für Groß und Klein, für Einzelreisende, Gruppen und Familien mit Kindern.
Und hat noch so viel mehr zu bieten, was hier keinen Platz gefunden hat: Naschmarkt, Hundertwasserhaus, Freud-Museum, Wien-Time-Travel, die Museen in Schönbrunn und, und, und…
Also man sieht sich an der schönen blauen (in Wirklichkeit grünen) Donau in Wien.

 

Die Autorin:

Mein Name ist Luise. Ich bin bis zum nächsten April 49. Seit 28 Jahren bin ich glücklich mit meinem Mann Andreas verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Söhnen.
Meine Hobby‘s sind meine Männer, unser Kater und die Literatur.
Natürlich reisen wir auch gern. Allerdings waren wir bis jetzt meistens in Europa unterwegs. Da mein Mann und ich im Osten groß geworden sind, sind wir oft in unserer alten Heimat auf Tour – in der Lausitz und im Dreiländereck von Vogtland, Erzgebirge und Sachsen.
Wir haben auch noch ein paar Traumziele auf unserer Liste: Namibia, Ägypten, Usbekistan, Georgien, Tadschikistan, Kanada…

 

 

 

10 Kommentare zu „„Wien, Wien, nur du allein

  1. Liebe Selda,
    ich weiß was du meinst… war auch schon so oft in Wien und reise immer wieder gern hin.
    Eine ganz tolle Stadt mit so entspannten Ecken und es gibt auch immer wieder Neues zu entdecken.
    Gerade überlege ich, ob ich glatt einfach mal die Flüge checke… und wir einen weiteren Trip in die Stadt planen.
    Liebe Grüße
    Tanja

  2. Wien ist mit seit meiner Abifahrt verleidet. Ich weiß, die Stadt kann gar nichts dafür, dass wir so einen blöden Lehrer hatten, aber ich habe einfach keine guten Erinnerungen an sie. Die einzig positive Erinnerung habe ich an einen (natürlich verbotenen) Ausflug zum Zentralfriedhof. Aber irgendwie habe ich auch das Gefühl, ich habe die Stadt erschöpfend (im wahrsten Wortsinn 😉 kennen gelernt.
    Liebe Grüße
    Angela

  3. Ich mag Wien sehr und der Artikel entführt umgehend zurück in diese schöne Stadt. Deine Unterteilung für wen welche Ecken perfekt geeignet sind, macht echt Sinn, denn es gibt soviel zu sehen… da ist jeder schnell überfordert.

    Danke für die schönen Tipps, die ich sicher in Teilen bei meiner nächsten Wien-Reise einplanen werde.
    Liebe Grüße, Katja

  4. Liebe Selda,

    ein wirklich wunderschöner Beitrag über meine (Wahl-)Heimatstadt ist dir hier gelungen!!
    Wenn du das nächste Mal in Wien bist, melde dich doch gerne. Würde mich sehr über ein persönliches Kennenlernen freuen!

    Ganz liebe Grüße
    Julie von julie-en-voyage.com

  5. Hallo Selda,
    das ist ein sehr schöner Bericht zu Wien. Als Österreicherin bin ich zwar oft in Wien bei Freunden, aber selten sehe ich die Stadt mit den Augen einer Touristin. Was mir in Wien total gefallen hat, war der von der Stadt Wien empfohlene Stadtspaziergang: Innenhöfe, Durchhäuser und Pawlatschen!
    Liebe Grüße
    Elena

  6. Du hast wirklich kein Highlight ausgelassen! Ich bin ja wirklich oft in Wien (fahr ja nur zwei Stunden dahin), und kenne vieles – aber bei weitem nicht alles! Wien hat so viel zu bieten, da wird einem nicht langweilig. Die alte Donau zum Beispiel ist super zum Bootfahren, oder der Leopoldsberg. Ich finds super, dass du auf die S7 verwiesen hast -ich wundere mich jedesmal, warum so viele Leute mit sem CAT fahren, der so teuer ist, wenn auf der gleichen Strecke sowieso die S-Bahn fährt – und da bezahlt man ein Viertel im Gegensatz zum CAT!
    Lg Barbara

  7. Schöner Bericht! Nach Wien muss ich auch mal, bisher sind wir immer nur durchgefahren. Die Stadt steht auf jeden Fall auf der Wunschliste. Danke für die Bilder und den Beitrag über diese schöne Stadt.

    LG aus Norwegen
    Ina

  8. Das Museumsquartier finde ich auch total schön. Überhaupt mag ich Wien im Sommer aber auch im Winter, obwohl es dann echt unangenehm werden kann. Aber so kann man wunderbar von Kaffeehaus zu Kaffeehaus ziehen 🙂

    Lg Miriam

  9. Wieder tolle Eindrücke liebe Selda!
    Wien ist eine Stadt die sehr viel zu bieten hat. Das Ziel meiner Töchter und Enkelinen alles begeisterte Reiterinnen, ist natürlich immer die Hofreitschule. Die kleineren wollen ins Riesenrad im Prater, ich liebe Schönbrunn und einen Besuch im Kaffee mit Sachertorte und anderen Leckereien.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag.
    Sigrid

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