In der heutigen Ausgabe aus der Reihe „Menschen aus aller Welt“ haben wir wieder zwei hervorragende Artikel.

Michelle von The Road Most Traveled berichtet uns über ihre Erfahrung mit den Menschen aus Jakarta.

Und Marion von LSLB-Magazin erzählt uns hier die Geschichte von Samuel aus Uganda, der in einem Dorf in der Nähe der Berggorillas lebt.

menschen

Mir wurde aus vielen verschiedenen Gründen von Jakarta abgeraten, unter anderem weil die Menschen dort unfreundlich seien und die Touristen ausnehmen würden. Man müsse vorsichtig sein und solle sein Hab und Gut immer im Auge behalten. Aber all das kann ich nicht bestätigen. Die Menschen dort waren freundlich und offen. Sie haben mich immer mit einem Lächeln begrüßt und sie waren unglaublich hilfsbereit, selbst wenn man eine große Sprachbarriere zwischen sich hatte. Die meisten Menschen dort leben in einfachen Verhältnissen und haben gerade ein Dach über dem Kopf. Obwohl Jakarta eine riesige Metropole ist, die voller Kontraste steckt. Riesige Wolkenkratzer und protzige Hotels und dann die kleinen, viel zu vollen Straßen mit den Menschen, die ohne Schuhe unterwegs sind und sich eigene Gefährte aus Holz bauen.

Ehepaar in Jakarta
Die Kinder sind häufig bunt gekleidet. Und trotz der einfachen Verhältnisse spielen sie auf großen Plätzen oder in Tempelanlagen, als ob sie das schönste Leben führen. Sie brauchen keine großen Spielzeuge. Auch wenn die Menschen nicht viel haben, sind sie unglaublich freundlich, offen, versuchen zu helfen und fragen auch hin und wieder nach Fotos. Sie leben im Hier und Jetzt und geben sich mit wenig zufrieden. Davon könnten wir uns auch eine Scheibe abschneiden. Es muss nicht immer das neueste Handy oder die neueste Konsole sein. Gemeinsame Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden verbringen ist wichtig. Sich gegenseitig zu unterstützen und füreinander da zu sein und mit einem Lächeln durch die Welt zu gehen. Damit macht man nicht nur sich selbst glücklich, sondern auch die Menschen, die man anlächelt. Man mag es kaum glauben, aber ein Lächeln sagt mehr als 1000 Worte. Ich habe sehr viel von den Menschen dort gelernt.

Kinder im Tempel Jakarta

Hier kannst du den kompletten Beitrag von Michelle über Jakarta lesen.

Ich bin Michelle vom Blog The Road Most Traveled. Im Rahmen meines Auslandssemesters war ich knapp sechs Monate in Singapur und konnte einen Abstecher nach Kuala Lumpur und nach Jakarta machen. Und heute möchte ich euch meine Eindrücke von den Einwohnern Jakartas vorstellen. Indonesien ist groß und da ich nur in Jakarta war, möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

 

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Samuel lebt mit seinen vier Schwestern, einem großen Bruder, seinen Eltern und dem alten Opa in einem kleinen Dorf, direkt vor den Toren des Bwindi Nationalparks in Uganda.

Uganda 1

Samuel ist sechs Jahre alt und ich treffe ihn, als ich mir das Dorf ansehen möchte.

Dort winkt er mir extrovertiert zu und ruft auf englisch “Mama, Mama (so werden allgemein alle Frauen angesprochen), komm ich weiss alles über Gorillas! Komm mit ich zeig dir was.” Während er mich durch das halbe Dorf schleift, erzählt er mir tatsächlich Wissenswertes über die Menschenaffen. Da erfahre ich, dass sein großer Bruder als Ranger im Nationalpark arbeitet, von dem er alles lernt.

Samuels Familie lebt, wie alle hier im Dorf, vom Nationalpark, der die Gorillas vor dem Aussterben schützt. Das war nicht immer so. Aber eine prima Idee. Denn seit die Regierung die Ansässigen in die Arbeit des Reservates einbeziehen, wird so gut wie nicht mehr gewildert. Vor allem – die Gorillas sind geschützt und die Menschen am Rande des Nationalparks, verdienen zur kargen Landwirtschaft, nun endlich etwas mehr.

Uganda 2

Also ist es völlig klar, dass Samuel mit seinen knappen sechs Jahren schon verstanden hat, um was es im Leben geht. Um den Touristen, der die Devisen bringt und darum, ihm bei seinem Besuch der Gorillas, möglichst viel zu verkaufen.

Der kleine ist einfach so herzig, da lasse ich mich bereitwillig in den kleinen Schuppen ziehen, der der Gemeinde als Schule dient.

Uganda 3

Hier hat Samuel mit ein paar kleinen Freundinnen und Freunden einen Verkaufsstand aufgebaut.
Es gibt sogar ein Buffet, wie bei einer echten Vernissage. Frische Avocado Stücke, Mangos, grüne Bananen und kalter gekühlter Tee mit Zucker, haben seine Schwestern liebevoll auf einem Tisch aufgestellt.

Weiter hinten liegen die Zeichnungen, der Kinder der Schule. Sie alle haben Gorillas gemalt. Manche schon recht geschickt, und andere – nun ja, etwas abstrakter.
Mir gefallen Samuels krakelige Gorilla-Bilder am Besten. Ich kaufe ihm fünf Bilder ab. Doch zuvor müssen wir “hart” verhandeln. Zuerst wollte er einen Dollar pro Bild. Wir einigen uns auf 4 Dollar und ich weiss das er mich soeben über den kleinen Schultisch gezogen hat. Aber das stört mich nicht.

Der kleine Geschäftsmann steckt sein Geld mit einem verschmitzten Grinser ein und führt mich, ganz Gentlemanlike, zur Türe und wünscht mir noch einen schönen Tag und eine gute Reise und – ich möge bitte allen Anderen der Gruppe weitersagen, dass er die besten Bilder verkauft.
Das hab ich getan. Zwar hatten alle genügend Geld dabei, aber keiner Verständnis. Schade. So sind sie halt manchmal, diese Menschen.

Mehr zu Uganda kannst du hier auf dem Beitrag von Marion lesen.

Über mich: Seit ich klein bin reise ich. Zuerst mit meinen Eltern, später mit Freunden und meinem Lebenspartner. Ich liebe Afrika. So entstand mein Blog, der sich mittlerweile zu einem Online Magazin entwickelte. Auf meinen Reisen lerne ich viele Völker und Länder kennen. Das kann ich Euch Allen nur empfehlen. “Wer reist, sieht weiter.”

 

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Du möchtest mehr über andere Völker und Menschen erfahren? Dann schau dir doch die beiden Beiträge an. Vielleicht ist was für dich dabei.

Menschen aus aller Welt I menschen-2

 

Menschen aus aller Welt IImenschen-2

 

 

21 Kommentare zu „Menschen aus aller Welt III

  1. Ich freue mich, dass mein Artikel so gut angekommen ist und wir werden Deinen Blog in unseren Social Medias ein wenig anteasern. Denn nur mit Verständnis für andere Kulturen können wir auf dieser Welt gemeinsam überleben. Du machst hier einen prima Job und das gehört doch unterstützt. Oder? VLG Marion

  2. Was für schöne Geschichten. Deine Erzählung von Samuel hat mir ganz besonders gefallen. Ich kann ihn mir genau vorstellen und er hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.

  3. Ach sind das wieder schöne Geschichten. Gerade bei Samuels Verhandlungsgeschick musste ich herzlich schmunzeln. Ich hätte ihm auf jeden Fall auch seine Bilder abgekauft! Was für eine schöne Idee und was für ein begeisterter kleiner Kerl.

    Liebe Grüße
    Nicole

  4. Liebe Selda,

    ich finde das gut, dass du auf eigene Faust dich in Jakarta rumgetrieben hast. Ich kenne das Gefühl. Uns wurde in manchen Ländern auch schon abgeraten dorthinzufahren. Wir haben uns den Kopf zerbrochen und waren immer kurz vorher am überlegen ob wir das durchziehen oder nicht. Meistens bzw. noch hatten wir immer Glück! Es hat sich immer anders dargstellt was uns andere erzählt haben und wir haben. Dies hat allerdings auch immer viel mit Glück und Pech zu tun. Man kann selbst in sicheren Ländern ausgeraubt werden usw. Solange man sich nicht in Kriegsgebieten befinden finde ich das eine tolle Sache! Vorallem löscht man sich die Vorurteile aus dem Kopf, denn meistens geht es in anderen Ländern anders zu als man es von anderen mal so gehört hat.

    Wir wollen z. B nach Indien wo ich jetzt schon weiß das wir viel elend sehen werden… Aber dennoch glaube ich das wir auch schöne Seiten von Indien sehen werden.

    Liebe Grüße

    Saskia

  5. Die Begegnungen mit Kindern, die in Armut leben müssen beschäftigen mich immer sehr lange Zeit. Und ich bin auch oft traurig darüber, nicht mehr bzw. allen helfen zu können. Aber zumindest hat man manchmal die Chance, ein Kind glücklich zu machen.

  6. Hallo Selda,

    spannende und aufschlussreiche Geschichten hab ich jetzt gelesen. Jakarta ist mit Sicherheit eine Erfahrung wert und Kinder wie Samu geben mir Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Er würde als Erwachsener bestimmt nicht sein Geld in der Hosentasche behalten. Ich wäre da auch wie Marion gewesen.

    Viele Grüße

    Victoria

  7. Das sind wirklich tolle und herzerwärmende Geschichten, vielen Dank dafür! Eine Schande, dass ich deine Reihe „Menschen aus aller Welt“ noch nicht kannte. Werde ab sofort regelmäßig vorbeischauen 🙂

  8. Die Armut in solchen kleinen Dörfern ist oft herzzerreißend. Aber mit wenig einfach glücklich zu sein, sollten wir wirklich von diesen Menschen lernen. Die bunte Kleidung der Kinder ist mir sofort aufgefallen 😉

  9. Zwei sehr schöne Geschichten über Reiseziele, die mich beide interessieren. Es tut mir leid, dass Samuel arbeiten muss statt seine Kindheit zu genießen. Trotzdem ist es schön, wenn man ihn und seine Familie auf diese Weise unterstützen kann. Insofern hätte ich ihm wahrscheinlich auch Bilder abgekauft.
    Liebe Grüße
    Ricarda

  10. Ein ganz hervorragender Artikel, vielleicht sollte man den mal einigen deutschen oder generell europäischen Kindern vor die Nase halten … damit sie ihre viereckigen Bildschirme, ganz gleich welcher Größe sie auch sein mögen, endlich mal wieder aus den Händen legen und sich auf’s Wesentliche beschränken. Nämlich die Welt zu verstehen, und nicht das Internet. Danke für den tollen Beitrag! Da geht mir echt das Herz auf!

  11. Spannend! Der kleine Samuel aus Uganda erweicht ja schon so von der Erzählung mein Herz! Dem hätte ich auch seine Bilder abgekauft. Ich hoffe, dass aus ihm mal ein guter Geschäftsmann wird, der aber das Wohl der Tiere und der Natur im Auge behält und ein gutes Gleichgewicht zum Tourismus findet.
    Ganz süße Geschichte!

    Lg Miriam

    1. Liebe Miriam,
      ich bin auch immer hin und weg, wenn es um Kinder geht. Gerade bei so einem wie Samuel. Ich hoffe auch, dass er das Beste daraus macht und fair zu Natur und Tierwelt bleibt.
      Liebe Grüße, Selda

  12. Hi!
    Zwei wirklich schöne Begegnungen. Ich kann Michelle nur zustimmen: Wir können wirklich noch eine Menge von anderen Kulturen lernen! Vor allem was Zufriedenheit umd Ausgeglichenheit betrifft. Die Geschichte von Samuel hat mich wirklich berührt. Ich glaube, dass auch ich mich gerne von ihm über den Tisch hätte ziehen lassen.
    Liebe Grüsse, Nicole

    1. Liebe Nicole,
      die Toleranz von Michelle und wie sie sich uns öffnet, finde ich auch sehr vorbildlich. Und von Samuel hätte ich auch wirklich zu gerne seine Bilder abgekauft.
      Liebe Grüße, Selda

  13. Liebe Selda, beide Geschichten sind toll und so schön geschrieben, dass ich mir fast vorstelle, dass ich selber in Uganda die Kinderzeichnungen kaufe.
    Vg Simone

    1. Liebe Simone,
      so sehe ich das auch. Michelle und Marion haben uns weit, weit mitgenommen. Und ja, ich hätte Samuel auch viele Bilder abgekauft.
      Liebe Grüße, Selda

  14. Ich finde die beiden Geschichten sehr schön! Und ja, ich finde es auch sehr schade, dass Menschen so sind, wie sie manchmal sind. Leider bin ich auch eher misstrauisch und brauche eine Weile, bis ich Menschen in so einem Land vertrauen kann. Aber dem Jungen hätte ich die Bilder sicher abgekauft!
    LG
    Charnette

    1. Liebe Charnette,
      das hast du sehr schön ausgedrückt. Hier haben Michelle und Marion uns zwei hervorragende Geschichten aus ihren Erfahrungen mitgeteilt, für die ich sehr dankbar bin.
      Liebe grüße, Selda

  15. Vielen Dank, dass ich bei deinem Round up dabei sein durfte!
    Auch die Geschichte von dem kleinen Jungen aus Uganda gefällt mir sehr gut.
    Wahrscheinlich hätte ich seine Bilder ebenfalls gekauft.
    Ich finde es schön, wenn man solch offene Menschen trifft und sich austauschen kann.

    Herzliche Grüße aus Oldenburg 🙂
    Michelle

    1. Liebe Michelle,
      herzlichen Dank für deine Teilnahme. Ein besonderes Dankeschön für deinen aufklärenden Beitrag. Wenn jeder so denken würde wie du, dann gebe es keine Vorurteile mehr.
      Liebe Grüße, Selda.

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