Weiter geht es mit der Reihe um die Menschen aus aller Welt.

Heute bekommen wir gleich zwei sehr interessante und schöne Geschichten von Menschen aus aller Welt erzählt.

Julia vom MeinWeltbuch – Reiseblog berichtet uns über die Frauen des Chin Volkes in Myanmar, die in der Tempelstadt Mrauk U leben.

Des Weiteren erzählt uns Mel vom Kind im Gepäck die spannende Geschichte von Graham, einem Farmer aus Südafrika.

Immer wieder begegnen wir Menschen, die uns beeindrucken mit ihren Gesichten und ihren Traditionen. Wir tauchen ein in ihre Welt und genießen die Exotik dieser Völker und Menschen. Und jedes Mal sind wir beeindruckt von dem, was wir erleben und zu hören bekommen.

Die Frauen des Volkes Chin in Myanmar

Nebelschwaden ziehen über das Wasser, es fröstelt mich an diesem frühen Morgen am Ufer des Flusses Lya Myo, und ich ziehe den Kragen meiner dünnen Regenjacke höher. Daniel hat in der Nacht Fieber bekommen, dennoch besteigen wir das schmale Holzboot, welches uns in etwa 3-4 Stunden in die abgelegenen Dörfer des Chin-Staates bringen soll. Vor zwei Tagen sind wir in Myanmars Hauptstadt Yangoon aufgebrochen, um tief im Dschungel an der Grenze zu Bangladesch einige der letzten alten Frauen der ethnischen Minderheit der Chin zu treffen, die noch die traditionelle Gesichtstätowierung tragen.

 

Chin

Wir passieren schwarzen Rauch ausstoßende Boote, die Steine für den Straßenbau vom Flussgrund schürfen, schlafende Männer auf meterlangen Bambusflößen, sowie endlose Bananenplantagen am Ufer, bis wir endlich das Dorf Panbaung erreichen. Müde und erschöpft steigen wir die steinige Flussböschung herauf, dann Stimmen, Kindergeschrei, bunte Farben, und schnell sind die Strapazen der vergangenen Tage vergessen:

Förmlich werden wir von der Dorfältesten begrüßt, und bekommen jeweils einen der von den Frauen selbst gewebten Schals umgelegt, die wir ihnen später für einige Kyat als Souvenir abkaufen werden. Es versammeln sich immer mehr Menschen, wir sind sichtlich eine Attraktion! Dann werden wir durchs Dorf geführt, in dem sich die Menschen fernab moderner Zivilisation weitestgehend autark versorgen. Wir sehen Obst- und Gemüseplantagen und bekommen stolz eine kleine Schule gezeigt, die erst vor zwei Jahren mit Geldern einer italienischen Hilfsorganisation gebaut worden ist. Mich fasziniert die Bauweise ihrer Häuser aus vielen schmalen Bambus- und Holzstangen. Unbedingt begrüßen sollen wir die beiden jüngsten Dorfbewohner, Zwillinge, die erst in der vergangenen Nacht zur Welt gekommen sind. Sichtlich erschöpft stillt die Mutter die beiden Kleinen auf der Veranda ihres Hauses. Das Dorfleben ist einfach, medizinische Versorgung gibt es nicht.
Zurück auf dem Dorfplatz haben sich inzwischen alle sieben der tätowierten Frauen versammelt. Die Dorfälteste erklärt, unser Guide Shwe übersetzt, dass sie alle bereits als kleine Mädchen tätowiert worden sind, um weniger attraktiv zu erscheinen und somit vor Entführungen durch Männer feindlicher, umliegender Stämme geschützt zu sein. Jedes Tattoo hat ein anderes Muster – wäre die Prozedur nicht so schmerzhaft, könnte man dies sicher als eine Form von Kunst bezeichnen. Doch inzwischen ist diese Tradition der Chin staatlich verboten. Daniel darf die Damen einzeln portraitieren, einige haben sich mit Ohrenschmuck und Blumen zurecht gemacht, und bestehen danach auf einem gemeinsamen Erinnerungsfoto. Ein unglaublich intensives, unvergessliches Erlebnis unserer Myanmar-Reise!

Chin Kids

Chin in Myanmar

Wenn du mehr über den Aufenthalt rund um Mrauk U erfahren möchtest, kannst du hier den ausführlichen Beitrag von Julia lesen.

Julia vom MeinWeltbuch – Reiseblog

Im November 2016 hat Julia auf www.meinweltbuch.com ihr ganz persönliches Reisebuch aufgeschlagen. Hier schreibt sie v.a. über besondere Begegnungen und authentische Orte auf Reisen, abseits bekannter touristischer Pfade. Mit dabei hat sie ihren Freund Daniel, Fotograf und Sprachengenie, und gemeinsam entdecken die beiden möglichst individuell die Gegenden der Welt, an denen man Mensch und Natur noch ursprünglich erleben kann. Reise-Inspiration, tolle Geheimtipps und echte Abenteuer garantiert.

 

menschen

Die Geschichte von Graham aus Südafrika

Ein AirBnB-Aufenthalt ist meist etwas Besonderes, denn man lernt die Einheimischen besser kennen. 2017 haben wir mit unserem 2,5-jährigen Sohn einen Roadtrip durch den Nord-Osten Südafrikas gemacht und dabei auf der Farm von Graham in der Nähe von Harrismith (rund 270km südöstlich von Johannesburg) genächtigt. Da er bei unserer Ankunft leider unterwegs war, trafen wir uns erst am Morgen vor unserer Abreise zu einer Farmbesichtigung. Er wollte uns eigentlich „nur“ seine Büffelherde und seine Antilopen zeigen. Aber schon nach kurzem Wortwechsel ergab sich eine total spannende Unterhaltung, der wir noch ewig hätten lauschen können.

graham leslie
Graham begann von seinen Ahnen zu erzählen. 1849 waren diese aus Schottland nach Südafrika gekommen und hatten Land erhalten. Er berichtete wie sie weiterzogen, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatte, aber auch welch Glück die Familie letztendlich immer mal wieder hatte. Er erzählte von Burenkriegen, bankrotten Freunden und Gefangenentransporten. Er informiert uns vom heutigen Geschäft mit Büffeln und über seine ganz besonderen Roan Antilopen (Pferde-Antilopen) – der zweitgrößten Antilopenart.

roan
Immer wieder zweifelte er zu Beginn ob wir das alles wirklich wissen wollen. Ja – das wollten wir! Am liebsten hätten wir uns am Abend noch mit Graham auf seiner riesigen Farm ans Lagerfeuer gesetzt und uns weiterunterhalten, doch leider mussten wir weiter. Aber diese Begegnung war einfach super spannend und deshalb habe ich die wirklich interessanten Geschichten von Graham und seinen Vorfahren gleich notiert. Wenn Ihr mehr über Graham, die Farm und seine Ahnen wissen wollt, dann findet ihr dies hier.

Übrigens haben wir sogar noch heute mit Graham Kontakt und würden uns sehr freuen ihn wieder zu treffen. Wer weiß welch spannende Geschichten der Farmer uns noch erzählen könnte.
Hier ist noch ein weiterer Interview mit Graham über seine AirBnB-Aktivität.

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Mel ist freie Journalistin und schreibt über die Reiseerlebnisse mit ihren beiden Männern, gibt Tipps und Informationen, checked Hotels und AirBnB-Unterkünfte auf ihrem Blog Kind im Gepäck. Neben Fernreisen sind auch Städtetrips und spannende nahe Urlaubsziele für Familien im Fokus des Blogs.
Graham: Farmer in Südafrika mit spannenden Geschichten

 

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Hier geht es zum ersten Beitrag aus der Reihe „Menschen aus aller Welt

Simone von Totally-London berichtet über die Briten mit einer Prise britischer Humor.

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31 Kommentare zu „Menschen aus aller Welt II

  1. Sehr interessant und immer wieder spannend von anderen Kulturen zu lesen. Wir können alle soviel voneinander lernen, wenn wir offen mit einander umgehen. Danke für deine Inspiration.

    LG Daniela

    1. Liebe Daniela,
      Danke für die schönen Worte. Solange wir unsere Geschichten weiter erzählen, wird es immer solche Geschichten geben.
      Liebe Grüße, Selda

  2. Liebe Selda,
    was für spannende Geschichten. Wirklich toll!
    Sie geben einem einen guten Einblick in das Leben der Menschen. Ich freue mich auch auf mehr. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    1. Herzlichen Dank für deinen Kommentar, liebe Kathi.Wie schön, wenn man von Reisenden ihre Geschichten zu hören bekommt. So hat jeder was davon.
      Liebe Grüße, Selda

  3. Wow, die Geschichte zu den Chin-Frauen ist sehr spannend.
    Das mit den Gesichtstätowierungen habe ich irgendwo mal aufgeschnappt, aber nie die Geschichte dahinter.
    Toll, dass die Menschen so herzlich waren.
    Aber auch Graham klingt nach einem sympathischen Mann! Schade, wenn man sich nicht so ausführlich unterhalten kann, wie man möchte. Aber großartig, dass noch immer der Kontakt besteht.

    Ich freue mich auf viele weitere Beiträge und danke dir für diese großartige Reihe, liebe Selda!

    Ganz liebe Grüße aus Oldenburg <3
    Michelle | The Road Most Traveled

    1. Liebe Michelle,
      ich finde auch die beiden Erfahrungen von Mel und Julia sehr informativ und spannend. Da haben uns die beiden ihre schönen Geschichten weiter gegeben. Schön, das wir daran teilhaben durften.
      Liebe Grüße, Selda

  4. Liebe Selda!
    Ein ganz toller Beitrag. Es ist schön, Menschen auf der ganzen Welt dadurch „kennenzulernen“. Freue mich schon auf mehr!
    Liebe Grüße
    Ines

    1. herzlichen Dank, liebe Ines. es werden noch weitere schöne und spannende Geschichten folgen.
      Liebe Grüße, Selda

    1. Vielen Dank für diese Worte, liebe Claudia. Es freut mich sehr, dass dir die Reihe aus „Menschen aus aller Welt“ gefällt.
      Liebe Grüße, Selda

  5. Liebe Selda,
    das ist eine interessante Serie und ich verfolge sie seit längerem. Mich interessieren fremde Kulturen sehr und ich finde es immer spannend, Menschen kennen zu lernen.
    Ich freu mich schon auf die nächsten Geschichten.
    LG
    Charnette

    1. Liebe Charnette,
      herzlichen Dank für die netten Worte. Ich finde andere Kulturen und Bräuche auch sehr interessant und freue mich auch auf weiter Geschichten, wie diese von Mel und Julia.
      Liebe Grüße, Selda

  6. Klasse! Ich finde, solche Einblicke sind das entscheidende beim Reisen! Und es ist immer wieder interessant und spannend zu sehen, wie Regionen Menschen prägen – und wie sie mit unterschiedlich entwickelten Umfeldern umgehen. Spannend!

    1. Liebe Barbara,
      die Einblicke, die uns Mel und Julia gegeben haben, sind sehr interessant und spannend. Traditionen werden weiter gegeben und gelebt. Und wir können uns gegenseitig unsere Erfahrungen, die wir bei unseren Reisen sammeln, miteinander teilen.
      Liebe Grüße, Selda

    1. Liebe Josefine,
      Recht hast du. Mel und Julia haben uns schöne und Interessante Einblicke in ihre Geschichten gegeben. Wie schön, wenn man seine Erfahrung mit anderen teilt.
      Liebe Grüße, Selda

  7. Liebe Selda,

    wieder zwei coole Geschichten! So unterschiedlich doch die Lebensweisen und Probleme sind. Fazinierend finde ich allemal, deshalb reisen wir ja auch sogerne!

    Liebe Grüße

    Alex

    1. Liebe Alex,
      ich finde die Erzählungen von Julia und Mel auch sehr interessant. Da haben uns die beiden ihre Erfahrungen geteilt und uns daran teilhaben lassen.
      Liebe Grüße, Selda

  8. Die Welt bietet so unterschiedliche Kulturen. Nicht alles kann ich nachvollziehen aber ich bin immer interessiert und respektvoll. Auch wenn es ein Brauch ist, finde ich gut, dass die Tätowierungen der Mädchen mittlerweile verboten sind.
    Herzliche Grüße
    Sabine

    1. Liebe Sabine,
      vieles können wir, die in Mitteleuropa leben, nicht nachvollziehen und verstehen. Auch ich bin froh, dass die Mädchen nicht mehr Tätowiert werden dürfen. Wenn alles verboten werden würde, was den Menschen Leiden zufügt, dann wäre alles viel besser.
      Liebe Grüße, Selda.

  9. Wieder ein sehr spannender Beitrag, der sich super liest! Ich finde die Reihe echt toll und bin schon auf die kommenden Beiträge gespannt.
    Was mir dazu einfällt: Ich habe letztens eine Doku über das Mursi-Volk in Afrika gesehen und darin kam u.a. die Tradition der Lippenteller vor. Je größer der Lippenteller, desto mehr Respekt kann die Frau erwarten. War auch echt spannend.
    Vielen Dank jedenfalls für die interessante Lektüre!
    Liebe Grüße
    Julie

    1. Liebe Julie,
      Danke für deine Worte. Die Geschichte mit den Lippenlesern finde ich auch sehr spannend. Es gibt so viele interessante Völker und Kulturen und alle Geschichten sind faszinierend.
      Liebe Grüße, Selda

  10. Ich finde am Reisen immer das Spannendste, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. Selbst wenn man nicht die gleiche Sprache hat, kann man sich immer irgendwie verständigen und so unbezahlbare Erfahrungen sammeln. Ein wirklich sehr spannender Artike!

    1. Liebe Tina,
      genau so sehe ich das auch. Wie wir in diesen beiden Artikel von Mel und Julia lesen können. Man muss einfach offen sein.
      Liebe Grüße, Selda

  11. Super spannend! Von den Frauen mit den Gesichtstattoos hatte ich noch nie gehört. Sehr faszinierende Kultur und sie scheinen ja sehr freundlich und aufgeschlossen zu sein. Muss ein tolles Erlebnis sein, sie kennen zu lernen. 🙂

    Viele Grüße
    Sarah

    1. Liebe Sarah,
      die Geschichte der Chin Frauen finde ich auch sehr interessant. Da hat Julia uns ein sehr interessantes Volk vorgestellt, das ich noch nicht kannte.
      Liebe Grüße, Selda

  12. Wir ein wirklich interessanter Beitrag! Man sieht wieder egal wo auf der Welt man kann überall interessanten Menschen und ihre Geschichten treffen, das macht diese Reihe wirklich so interessant.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    1. Herzlichen Dank für deinen netten Kommentar, liebe Ina.
      Viele Grüße, Selda

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