Ein Gastbeitrag

Petra Weiler vom Bike & Coach Rheingau berichtet uns hier über verschiedene Möglichkeiten, die man im Rheingau machen kann. Sie bietet Outdoor Coaching und Personal Training an. Außerdem wie du dein Urlaub im Rheingau aktiv gestalten kannst. Dazu bietet sie MTB- und Trekking-Radtouren im Rheingau an. Schaut mal bei ihr vorbei. Das lohnt sich.

 

…im Frühling, Sommer, Herbst UND Winter im Rheingau

Im Gegensatz zu den Alpen haben die Mittelgebirge den Riesenvorteil, dass der Biker hier keine wetterbedingte Winterpause machen muss, sondern, richtig gekleidet, das ganze Jahr über dem Radlvergnügen frönen kann. Als Beispiel sei hier der Rheingau genannt, der, noch relativ unentdeckt, als Bike-Gebiet in den Kinderschuhen steckt und gerade deshalb und wegen seines gemäßigten Klimas zu jeder Jahreszeit ungestörtes Biken möglich macht.
Im Frühling…

biken… wenn sich das erste Grün an den Bäumen zeigt und der Wald an schönen Tagen sonnendurchflutet ist, sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Sobald die Wege etwas abgetrocknet sind, stehen die Weinberge und der Wald als große Spielwiese zur Verfügung. Ganz gespannt fahre ich dann die lange nicht genutzten Wege und Trails ab, um herauszufinden, in welchem Zustand sie sind. Gerade die Trails verändern sich über die Zeit, und es ist immer wieder spannend zu entdecken, welche befahrbar sind.

 

 

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Jetzt ist auch die Zeit, in der ich gerne neue Routen ausprobiere. Auf der Karte skizziert, im GPS-Gerät geplant und dann in der Realität ausprobiert – so ist im vergangenen Jahr z. B. meine Tour zum Wispersee entstanden, die mit 63 km und 1300 hm einer kleinen Alpenetappe gleicht. Wenn so eine Tour steht, bin ich erfüllt vom Stolz des Pfadfinders.
An kühleren Tagen halte ich mich auch im Frühling noch auf der Südseite des Taunus auf, radle durch die Weinberge und den weinbergsnahen Wald, in dem es einige nette und flowige Trails gibt, und genieße die schon wärmenden Sonnenstrahlen ebenso wie die berauschenden Ausblicke auf den Rhein mit seinen Windungen durchs enge Tal und seine Burgen.

 

Im Sommer…

… wird es unten im Tal oft schwül, je näher man dem Rhein kommt. Gerade dann liebe ich es, tief in den Wald vorzudringen und die sauerstoffgesättigte, auch an heißen Tagen noch erfrischende Luft im Wald zu schnuppern. Der gesamte Wald bis zur Wisper oder auch die andere Rheinseite sind jetzt gut befahrbar. Zu empfehlen ist z.B. der Rheingauer Gebückwanderweg, der sich in Teilen wunderbar in eine Tour einbauen lässt. Er führt manchmal durch so dichten Wald, dass man immer schön im Schatten fährt. Und wer will, informiert sich entlang des Weges auch über die Geschichte des Rheingauer Gebücks und nimmt so noch ein gutes Stück Kultur mit.

 

Im Herbst…

biken 5… wird es bunt. Es beginnt schon Ende September: in den Baumwipfeln zeigen sich die ersten gelben Blätter und die Farbenpracht nimmt jetzt mit jedem Tag zu. Ganz besonders liebe ich die Tage, an denen im Tal der Nebel vom Rhein aufsteigt und oft bis in den Nachmittag hinein anhält. Denn fahre ich auf dem kürzesten Weg nach oben. Meist lichtet sich der Nebel spätestens auf der Höhe von Stefanshausen. Zuerst sieht man in den Nebelschwaden nur einen hellen Punkt, der denStand der Sonne verrät, doch mit jedem Höhenmeter wird es lichter und mit einem Mal strahlt der stahlblaue Himmel mit der Sonne um die Wette. An solchen Tagen sind die Farben des Waldes ganz besonders intensiv und leuchten in allen Schattierungen von gelb über rot zu braun.

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Dann ist der Weg an sich fast egal, sondern es geht mehr darum, die Eindrücke zu genießen und die letzten Tage vor dem langen Winter wirken zu lassen. Wenn ich dann vor der rasanten Trailabfahrt noch eine Pause auf der Hallgarter Zange einlegen kann, für einen Moment die Augen schließe und mich von der Herbstsonne streicheln lasse, ist das Glück fast perfekt.

 

 

 

 

Im Winter……

ist es im Rheingau (leider) oft mild und dem Biken stehen nicht einmal die niedrigen Temperaturen im Weg. Aber in fast jedem Jahr gibt es auch hier einige wenige Schneetage. Und dann nichts wie raus! Denn es gibt kaum ein friedlicheres Erlebnis als eine Mountainbike Tour im tief verschneiten Wald. Wer glaubt, das sei gefährlich und rutschig, der irrt. Die Reifen der Mountainbikes sind auf diese Verhältnisse ausgelegt und es ist das fröhlichste Vergnügen, eine frische Spur in den Pulverschnee zu fahren. Gefährlich wird es erst, wenn es vorher geregnet hat und unter dem Schnee eine glatte Eisschicht den Grip verwehrt. Spätestens dann bleibe auch ich zu Hause – aber diese Tage sind glücklicherweise rar.

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Die Route passe ich im Winter an die Witterungsverhältnisse an – da bin ich viel vorsichtiger als im Sommer. So mancher Wurzeltrail ist im Winter rutschig und glatt oder unter dem Schnee nur schwer erkennbar. Aber dann ist eben auch der breite Forstweg schon Herausforderung genug. Ein ganz besonderes Schauspiel bietet sich bei Raureif, der bei hoher Luftfeuchtigkeit gepaart mit niedrigen Temperaturen entsteht. Die nasskalte Witterung ist an diesen Tagen nicht angenehm, aber schnell vergessen, wenn man warm angezogen ist und mit offenen Augen die skurrilen Eisformationen bestaunt, die der Raureif auf Reben und Zweige zaubert.

 

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Wer jetzt noch Zweifel hat am Rheingau als Bike-Gebiet, kann sich im Video überzeugen lassen oder mir gerne auf Facebook folgen.

Copyright für Text und alle Fotos: Petra Weiler

 

 

22 Kommentare zu „Hauptsache Biken…

  1. Ich stelle mir eine Fahrt durch Weinberge unglaublich schön vor, egal zu welcher Jahreszeit. Leider gibt es bei mir in der Nähe keine Weinberge.
    LG Melli

    1. Hallo Tomateninsel,

      ja, biken in den Weinbergen macht Spaß, besonders wenn die Trauben reif sind … hihi … und das Schöne am Rheingau ist, dass es eben auch Wald und Wiesen und mittelhohe Berge gibt, das kommt jeder auf seine Kosten. Wenn Du mal in der Region bist, melde dich gern für eine Runde – du findest mich auch auf Facebook: http://www.facebook.com/bikeandcoachRheingau

      Keep biking,
      Petra

  2. Ich wohne direkt in den Bergen und sogar ich bin beeindruckt vom Biken im Winter/Schnee – Respekt! Macht aber sicher auch viel Spaß 🙂
    Alles Liebe, Theresa

    1. Biken im Schnee ist ein ganz besonderes, da leises und intensives Erlebnis. Am wunderschönsten ist, wenn du eine ganz frische Spur in den unberührten Schnee ziehen kannst und der Schnee noch ganz leicht ist. Griffig ist es dank der Stollenreifen so lange sich kein Eis unter der Schneedecke bildet. Wir haben hier so selten Schnee, dass wir diese max. 3 Wochen im Jahr total genießen. Probier es aus! Und folge mich gerne auch auf Facebook – ich werde berichten.

    2. Das klingt ja super schön! Ich hab gar nicht gewusst, dass es Stollenreifen gibt – siehst du, da hab ich wieder was gelernt 🙂 Das mit den frischen Spuren kenn ich vom Schifahren. So ein schönes Gefühl!
      Ich werd mich mal umhören, vielleicht mag ja jemand aus meinem Freundeskreis das Biken im Schnee ausprobieren!
      Alles Liebe!

  3. Hört sich toll an. Im Rheingau war ich bewusst noch gar nicht. Allerdings fahre ich zwar gerne mit meinem All-Terrain-Bike, aber das eigentlich nur hier in der Umgebung. Für größere Touren nehme ich meine Füße, da ich doch lieber Wandern gehe 🙂 Dadurch bin ich natürlich mit meinem Bike auch nicht so geländegängig 🙂

    1. In dem Fall ist die Fahrt durch die Weinberge optimal – viele Wege sind asphaltiert, die meisten anderen in ganz gutem Zustand, so dass das All-Terrain-Bike vollkommen ausreicht. Aber wandern ist natürlich auch immer eine gute Idee – und danach an einem unserer Weinstände ein Gläschen Wein oder im Winter Glühwein und die Sache ist perfekt.

    2. Na wenn die Wege in gutem Zustand sind, dann fühle ich mich mit dem Rad auch sicherer. Ich bin halt über Stock und Stein noch nicht so bewandert 🙂 Aber das Rheingau ist sicher auch so eine tolle Wandergegend. Und ein Glühwein zum aufwärmen danach kommt immer gut.

  4. Ich bin selbst keine Bikerin. Aber hier in Neustadt kann man bestimmt auch super Radfahren. Ich mache dann allerdings doch eher mal einen Spaziergang durch die Weinberge 🙂

    Liebe Grüße Shirin Lentz von VerliebtbisinsDetail

    1. Liebe Shirin,

      Neustadt an der Weinstraße meinst Du? Klar lässt es sich da toll biken. Wir sind mindestens einmal im Jahr im Pfälzer Wald zum Biken und Wandern – bei Euch in der Gegend oder auch im Dahner Felsenland. Dazu habe ich auch schon mal Videos gemacht, die Du auf meinen Kanälen Petra E. Weiler und Petra Weiler auf YouTube findest, https://youtu.be/6Eqk3_7CdSw und https://youtu.be/MQCCvWDsts4
      Und wer nicht biken will, der wandert – der Pfälzer Wald ist einfach klasse!

      LG
      Petra

    2. Liebe Shirin,

      Neustadt an der Weinstraße – ja, da ist es auch klasse. Wir sind mindestens einmal im Jahr im Pfälzer Wald zum Biken – in Deiner Gegend oder im Dahner Felsenland. Dazu habe ich auch schon mal Videos gemacht, die Du auf meinem Youtube Channel findest.
      Und wer nicht biken will, wandert – da ist die Pfalz einfach genial

      LG
      Petra

    1. Liebe Gabriela,

      ja, besonders wenn die Trauben reif sind … hihi … aber auch sonst. Du hast fast immer einen tollen Blick auf den Rhein, die Steigungen sind gemäßigt, die Wege gut intakt – und wer mehr will, kann jederzeit in den Wald abbiegen. Wenn Du mal im „Süden“ bist, meld ich gerne. Oder folge mich auf Facebook, dann hast Du immer alle aktuellen Termine und Neuigkeiten und kannst zumindest gedanklich mitfahren 😉

      LG
      Petra

    1. Hi Sandra,

      probier es aus – es ist so toll, auf frisch gefallenem Schnee eine Spur zu ziehen. Und das Fahren ist ganz leise und still. Bei Sonne und blauem Himmel dazu ist es perfekt. Und mit guten Reifen hast Du prima Gripp – Du musst nur aufpassen: sobald sich Eis unter der Schneedecke bildet, wird es höllisch glatt und entsprechend gefährlich.

      LG
      Petra

  5. Hallo Petra!
    die Strecken klingen richtig toll. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich nie dazu im Stande wäre, so viel und so weit zu fahren. Einen riesigen Resprekt von meiner Seite!

    1. Oh, ich bin sicher, Du wärst dazu im Stande. Es ist eine Frage der Übung. ich habe dieses Jahr eine MTB Gruppe für Frauen gegründet und da sind hauptsächlich Anfängerinnen mitgefahren. Nach nur 6 Monaten fahren die Ladies richtig coole touren. Wenn Du mal schauen willst, wir schreiben ab und zu etwas zu unseren Touren auf Facebook unter TG Mittelheim. http://www.facebook.com/tgmittelheim

    1. Das kann ich nur unterschreiben – auch zum Wandern ist es toll im Rheingau. Es gibt bis auf Rheinsteig, Klostersteig und Himmelsteig nicht so viele ausgewiesene Wanderwege, aber mit ein bisschen Ortskenntnis, einer Karte (oder einem guten Guide 😉 kein Problem

      LG
      Petra

  6. Oh wow, die Strecken sehen ja super aus. Ich bin bin jetzt leider immer nur Kurzsstrecken gefahren – normale Straßen. Solche Strecken will ich auch unbedingt mal fahren. 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa

    1. Hallo Lisa,

      dann melde dich doch gerne, wenn du mal im Rheingau bist, oder komm extra für ein Wochenende her. Bestimmt finden wir eine geeignete Tour zum Ausprobieren 😉 Ich würde mich freuen.

      LG
      Petra

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