Heute stelle ich euch einen schönen Gastbeitrag von der lieben Luise Neek vor. Luise ist keine Bloggerin. Sie gehört eher zu den stillen Lesern. Luise reist immer in Deutschland und kennt so einige schöne Ecken, die manche von uns vielleicht nicht kennen. Ich zum Beispiel. Während ich in der Ferne rumreise, erforscht sie die Heimat. Umso mehr freut es mich, dass Luise bei mir einige Gastbeiträge schreiben wird.

Heute berichtet sie aus Schwarzkollm. Kennt Ihr Schwarzkollm? Vielleicht frage ich mal anders: Kennt ihr Otfried Preußler? Der Räuber Hotzenplotz, Die kleine Hexe, Der kleine Wassermann, Krabat,… Otfried Preußler hat all diese wunderbaren Geschichten geschrieben. Und um Krabat geht es hier. Aber lest selber.

 

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„Komm nach Schwarzkollm zur Schwarzen Mühle…“ So beginnt die wohl bekannteste sorbische Sage von Krabat, dem Jungen, der nicht nur das Müllerhandwerk sondern auch die Zauberkunst beim Schwarzen Müller erlernte. Noch heute ist die Sagengestalt Krabat in der Lausitz, der Heimat der Sorben, lebendig. Ihren historischen Kern hat sie in der Gestalt des kroatischen Obristen Johann Schadowitz, der im Dienste des sächsischen Kurfürsten stand und ihm der Legende nach vor der Gefangenschaft durch die Türken bewahrt hat. Zum Dank bekam Schadowitz das Gut Groß Särchen als Lehen. Seine fremdländische Erscheinung, seine Sprache und sein großes Wissen, vor allem zur Fruchtbarmachung der feuchten Böden, waren die Grundlage für den Glauben der Leute, er wäre ein Zauberer. Die Leute gaben ihm den Namen Krabat abgeleitet vom sorbischen Hrvat „Kroate“

Enthusiasten aus Ost und West haben in Schwarzkollm bei Hoyerswerda die Krabat-Mühle wieder auferstehen lassen. Mit viel Liebe hat der Verein Krabat-Mühle nicht nur die Mühle sondern auch das Gesindehaus sowie den Laubengang mit dem Turm des Müllers neu erbaut. Unter dem Laubengang gibt es in der Bauernstube hausgemachte Plinsen und man kann die originalen Filmrequisiten bestaunen. In den Sommermonaten finden auf dem Gelände des historischen Mühlenhofes die Krabat-Festspiele statt, die die Sagengestalt wieder aufleben lassen. Und weil Raben in der Sage eine bedeutende Rolle in der Sage spielen, begegnen sie einem in und um Schwarkollm und natürlich in der Krabat-Mühle auf Schritt und Tritt in Form von wunderschönen Keramikraben.

Diese Fotos von den Raben wurden mir von den Rabeneltern, Andreas und Ulrike Hegewald, von der Töpferei Hegewald netterweise zur Verfügung gestellt. Vielen, lieben Dank.

Aber nicht nur Sagen- und Geschichtsfreunde kommen in der Lausitz auf ihre Kosten. Im ehemals größten Braunkohlenrevier der DDR entsteht mit dem Lausitzer Seenland ein wundervolles Erholungsgebiet. Auf der 186 km langen Seenlandroute erleben Radler die Renaturierung und die Erschaffung von Europas größter Wasserlandschaft hautnah. In ein paar Jahren werden hier zehn Seen mit schiffbaren Kanälen verbunden sein und so auch begeisterten Wassersportlern alle erdenklichen Möglichkeiten bieten. Schon heute gibt es an den verschiedenen Seen wunderschöne Badestrände, Marinas und Amphitheater. Auch Wanderer und Reiter sind in der Lausitzer Seenlandschaft willkommen. Die Übernachtungsmöglichkeiten reichen von der Ferienwohnung auf dem Reiterhof, über Hotels bis hin zu den exquisiten schwimmenden Häusern auf dem Geierswalder See.

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Ein weiteres besonderes Highlight ist natürlich der Pücklerpark in Bad Muskau. Er ist mit 830 Hektar der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englichen Stil. Im nunmehr wieder wunderschön aufgebautem neuen Schloss gibt es eine sehenswerte Ausstellung über Leben und Wirken des Kosmopoliten und Landschaftgärtners Graf Hermann von Pückler-Muskau. Der Park zu beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze lässt sich gut zu Fuß und per Rad erkunden. Es gibt grandiose Naturdenkmäler, die Pückler noch selbst gepflanzt hat, schöne Brücken, stille Ecken und großartige Sichtachsen. Nach einer ausgedehnten Tour durch den Park schmeckt das Eis im Schloss Cafe oder im Cafe Vorwerg besonders gut.

 

Die Lausitz ist auf jeden Fall eine Reise wert, da sie fast alles bietet, was das Herz begehrt. Es muss nicht immer Me(h)er sein ;-.

 

 

 

 

 

 

 

35 Kommentare zu „Das Land der Sorben, Sagen und Seen

    1. Liebe Melissa,
      ja, ich finde, die liebe Luise hat einen sehr schönen Beitrag geschrieben.
      Liebe Grüße, Selda.

    1. Liebe Katja,
      das freut mich sehr. Ich kenne die Lausitz auch noch nicht. Und werde es auch bereisen.
      Liebe Grüße, Selda.

    1. Liebe Karoline,
      in der Tat. Das Schloss ist wie aus Märchen. Das war mir auch ganz neu.
      Liebe Grüße, Selda.

    1. Liebe Heidi,
      ich habe genau wie du reagiert, als ich den Beitrag von der lieben Luise gelesen hatte. Einfach beeindruckend.
      Liebe Grüße, Selda.

  1. Wow! Die Ecke hatte ich als Reiseziel so gar nicht auf dem Schirm … Manchmal liegt das Gute so nah und mit der aktuellen politischen Lage lohnt es sich die Ziele in der Nähe zu erkunden. Herzlichen Dank für diesesn tollen Reisetipp!

    1. Liebe Verena,
      es gibt so viele schöne Ecken in Deutschland zu erkunden. Und die Lausitz steht auch auf meiner Liste, Dank dem Beitrag von der Luise.
      Liebe Grüße, Selda.

  2. Ein schöner Gastbeitrag, der Lust darauf macht, selbst einmal dort hin zu fahren. Die Bilder sind auch total schön geworden … schade dass ich so weit weg wohne. Aber vielleicht kommt ich ja trotzdem mal hin!

    Liebe Grüße
    Verena

    1. Liebe Verena,
      in der Tat, macht der Beitrag Lust, die Lausitz zu erkunden.
      Vielleicht klappt es bei dir doch irgendwann.
      Liebe Grüße, Selda.

    1. Liebe Sandra,
      Danke für die lieben Worte. Ja, hier hat Luise einen schönen Beitrag geschrieben.
      Liebe Grüße, Selda.

  3. Hallo, ein pinkes Schloß in einem englischen Garten?! Klar, dass mir das gefällt 🙂 aber auch spannend zu lesen, dass man auf Krabat’s Spuren wandeln kann. Das Buch habe ich erst vor ein paar Jahren zum ersten Mal gelesen, es hat mich sehr begeistert! Danke für die Erinnerung, dass wir auch in Deutschland tolle Ecken haben wo es viel zu entdecken gibt
    Viele Grüße
    Simone

    1. Liebe Simone,
      Krabat habe ich mehrfach gelesen. Aber auf seinen Spuren bin ich noch nicht gewandelt. Dank Luise werde ich das noch nachholen.
      Liebe Grüße, Selda.

  4. Krabat war früher mein absolutes Lieblingsbuch, ich habe es sicher 10x gelesen 😀
    Daher wäre das ein Reiseziel dass mich definitiv glücklich machen würde, super cool dass man das besuchen kann und so Krabat nochmal erleben kann. Danke für diesen tollen Tipp.

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

    1. Liebe Anni,
      wie schön, noch eine Krabat-Liebhaberin gefunden zu haben. Vielleicht klappt es mit dem Besuch dort hin.
      Liebe Grüße, Selda.

    1. Liebe Katja,
      ich finde es ganz wichtig, auch über das eigene Land zu schreiben. Ja, das Schloss ist schon ein Augenschmaus.
      Liebe Grüße, Selda.

  5. Ein toller Beitrag!!! Ich merke immer wieder, wie wenig ich von unserer Heimat eigentlich kenne… Von Schwarzkollm hatte ich noch nie gehört, obwohl ich schon mal kurz in Bautzen und dahinter war.

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