Lara saß auf der Gartentreppe und schluchzte. Ihren liebsten Teddy neben sich haltend, saß sie da und weinte. Erst gestern hatte sie ihre liebste Katze Minki verloren. Ihre Minki. Die Minki, die sie über alles liebte. Wie sie im Garten mit einem langen Stock rannte und Minki hinterher kam… Oder wie sie auf den Kirschbaum, der in der Ecke des Gartens stand, blitzschnell hochkletterte…Ja, und wie sie neben ihr im Bett einschlief… fest an sie geklammert schnurrte sie sich und Lara in den Schlaf… Und jetzt? Jetzt war sie alleine. Ohne ihre Minki. Wie sollte sie diesen Schmerz nur ertragen? 

So in Gedanken versunken, verweilte sie eine Zeit lang. Irgendwann erhob sie ihren Blick Richtung Kirschbaum. Ihr Blick wurde klarer, und sie sah jetzt genauer und intensiver hin. Denn das, was sie dort sah, konnte nur eine Illusion sein. 

Links neben dem Stamm des Kirschbaumes war eine Treppe. Diese Treppe ging mit dem Stamm des Kirschbaumes in die Höhe und verschwand hinter den Ästen und Blättern. Sie stand langsam von der Gartentreppe auf und lief zum Kirschbaum. Ihre zu zwei Zöpfen geflochtenen Haare lösten sich leicht. Hier und da fielen ihr die Strähnen ins Gesicht. Vor dem Baum blieb sie stehen. Sie konnte ihren Blick von der Treppe nicht trennen. Die Treppe war alt und aus Stein. Hier und da waren Risse oder Löcher vorhanden. …. drehte sich einmal um und schaute, ob jemand da war. Ihre Mutter oder ihr Vater. Aber da stand niemand. Sie drehte sich wieder zur Treppe, die immer noch am Fuße des Kirschbaumes war. Ihren Teddy noch fester an der Hand haltend, machte sie einen Schritt zur ersten Stufe. Langsam stieg sie Stufe für Stufe die Treppe hinauf, bis sie die Krone des Baumes erreichte. Sie blickte ein letztes Mal Richtung Gartentreppe und verschwand hinter dem Dunst der Nebel. 

Ihr Weg tauchte in Regenbogenfarben. Wie ein bunter Wegweiser sah er aus. Sie lief und lief. Der Nebel verdichtete sich. Außer dem Weg, der klar und deutlich vor ihr lag, konnte sie von ihrer unmittelbaren Umgebung nichts erkennen.

Ein Kommentar zu „Am Morgen – Wie alles begann

Kommentar verfassen